Denkmäler

Bircher-Benner-Büste

Das Bircher-Müsli dürfte jeder kennen. Es geht auf den „Vater der neuen Ernährungslehre“, Dr. Maximilian Oskar Bircher-Benner (1867-1939) zurück. Der Schweizer Arzt hatte mit Bad Homburg nicht direkt etwas zu tun, aber die Gesellschaft für Gesundheitskultur mit Sitz in der Stadt zählte zu den begeisterten Anhängern des „Müsli-Doktors“. Sie stiftete 1965 die von dem Frankfurter Bildhauer Georg Krämer geschaffene Büste – als erstes Bircher-Benner-Denkmal in Deutschland.

Hölderlin-Denkmal

Hölderlin-Denkmal

Seine unglückliche Liebe zur Frankfurter Bankiersgattin Susette Gontard trieb Friedrich Hölderlin (1770-1843) das erste Mal nach Homburg, sein sich zunehmend verschlechternder psychischer Zustand das zweite Mal. In Homburg entstanden einige der bekanntesten Werke des großen Dichters der Romantik. Zur Erinnerung an die beiden Aufenthalte von 1798  bis 1800 und von 1804 bis 1806 stiftete der Verein für Geschichte und Altertumskunde 1883 das Hölderlin-Denkmal, das zweitälteste in Deutschland. Der große Homburger Baumeister Louis Jacobi entwarf das Denkmal aus rotem Sandstein, das Relief Hölderlins aus weißem Marmor schuf der Bildhauer Jacob May. Seit 1983 ehrt Bad Homburg Friedrich Hölderlin auch mit einem nach ihm benannten Literaturpreis. Zu seinen Trägern zählen die bekanntesten deutschsprachigen Schriftsteller.

Lenné-Denkmal

Lenné-Denkmal

Seine Zeitgenossen nannten ihn etwas despektierlich „Buddel-Peter“ – wegen der enorm hohen Zahl an Garten und Parkanlagen, die Peter Joseph Lenné (1789-1866) schuf. Als Königlich-Preußischer Gartendirektor wirkte er hauptsächlich im Raum Berlin-Brandenburg und Potsdam, aber er schuf auch den Homburger Kurpark. Mehrfach weilte der geniale Landschaftsarchitekt in der aufstrebenden Kurstadt und 1854 war das Herzstück des Parks fertiggestellt. Nachfolgende Gartenbaumeister verwirklichten die Erweiterungen nach seinen Plänen. Das Denkmal am Eingang des Kurparks an der Kaiser-Friedrich-Promenade wurde 1982 von Otto Weber-Hartl geschaffen, ein Ersatz für die Büsten-Kopie, die Christian Daniel Rauch um 1850 für den Park von Sanssouci gefertigt hatte. Die Reproduktion im Kurpark hatte nämlich einen diebischen Liebhaber gefunden.

Agnon-Denkmal

Agnon-Denkmal

Samuel Joseph Agnon (1888-1970) gilt als Meister der modernen hebräischen Prosa und erhielt 1966 zusammen mit Nelly Sachs den Nobelpreis für Literatur. Von 1921 bis 1924 lebten Agnon und seine Frau in Bad Homburg im „Haus Imperial“ an der Kaiser-Friedrich-Promenade, wo sie einen Kreis jüdischer Intellektueller aus Osteuropa pflegten. Das 1993 eingeweihte Denkmal von Dina Kunze zeigt kein Abbild, sondern widmet sich dem schriftstellerischen Schaffen Agnons. Die Bronzeplatten stellen eine Schriftenrolle dar. Auf ihr sind in hebräischer und deutscher Sprache die Lebensdaten sowie ein Auszug aus seiner Dankesrede bei der Verleihung des Literatur-Nobelpreises zu lesen.

Denkmal Kaiser Wilhelm I.

Denkmal Kaiser Wilhelm I.

„Dem großen Kaiser in Liebe und Dankbarkeit“ widmete die Stadt 1905 das Denkmal vor dem ebenfalls nach ihm benannten Kaiser-Wilhelms-Bad. Wilhelm I. hatte Homburg des Öfteren besucht. Die 3,50 Meter hohe Bronzefigur auf dem drei Meter hohen Sockel aus schwedischem roten Granit zeigt seine Majestät in Generalsuniform mit übergehängtem Hermelinmantel. Zur Enthüllungsfeier kamen sein Enkel, Kaiser Wilhelm II. und dessen Familie. Auch Fürstlichkeiten, die Generalität mit Gefolge, Botschafter und Honoratioren der Stadt waren anwesend. Den Künstler, Fritz Gerth, zeichnete der Kaiser mit einem Orden aus und den Homburger Bürgermeister ernannte er zum Oberbürgermeister.

Denkmal Kaiser Wilhelm II.

Wilhelm II., der im Landgrafenschloss eine seiner Sommerresidenzen eingerichtet hatte, feierte 1913 sein 25. Regierungsjubiläum, und die Bad Homburger ehrten ihn mit der Anlage des Jubiläumsparkes sowie einem an dessen Rand stehenden Denkmal. Finanziert wurde es mit Spenden aus der Bürgerschaft. Auf dem zwei Meter hohen Buntsandstein-Quader berichtet eine Widmungsinschrift ausführlich über Anlass und Entstehung des Denkmals. Ein ursprünglich über ihr angebrachtes Medaillon mit dem Reliefbildnis Wilhelms II. wurde 1920 demontiert. 1981 schuf die Bad Homburger Bildhauerin Ortrud Krüger-Stohlmann ein neues Bronzerelief mit dem Profil des letzten deutschen Kaisers.

Landgrafen-Denkmal

Landgrafen-Denkmal

Mit diesem Denkmal ehrte Kaiser Wilhelm II. das Landgrafenhaus Hessen-Homburg, das von 1622 bis 1866 die Geschicke Homburgs bestimmt hatte. Er finanzierte das Monument, entschied über den Standort am Elisabethenbrunnen sowie die Gestaltung und er hielt zu seiner Einweihung im August 1906 eine Ansprache. Auf der Vorderseite des von Fritz Gerth geschaffenen Denkmals ist der erste bedeutende Landgraf abgebildet, Friedrich II. (1633-1708) – Kleists „Prinz von Homburg“ –, auf der Rückseite der letzte Landgraf, Ferdinand, mit dessen Tod 1866 das Geschlecht in männlicher Linie erlosch. Auf den beiden Seiten des Obelisken stehen die Namen aller hessen-homburgischen Landgrafen. Das auf den Stufen liegende Bronzearrangement aus Standarte, Eichenlaub und Wappenschild verweist auf die militärischen Laufbahnen der Landgrafen, die fast alle in Diensten anderer Mächte standen.

Denkmäler auf dem Schmuckplatz

Denkmäler auf dem Schmuckplatz

Friedrich III. starb 1888 nach nur 99 Tagen Regentschaft. Wie sein Vorgänger und sein Nachfolger auf dem Kaiserthron, die beiden Wilhelms, hielt er sich schon als Kronprinz zusammen mit seiner Gemahlin Victoria oft und gern in Homburg auf. Bei der Bürgerschaft erfreute sich das herrschaftliche Paar großer Beliebtheit. Sie dokumentierte dies, indem sie nach seinem Tod Spenden sammelte und ihm ein Denkmal errichtete. Es wurde im Mai 1892 im Beisein der Witwe, die Kaiserin Friedrich genannt wurde, auf dem Schmuckplatz an der Kaiser-Friedrich-Promenade enthüllt. Zehn Jahre später, zum ersten Todestag von Kaiserin Friedrich, fand auch ihr Bildnis hier ihren Platz. Auf hohen Granitsockeln stehen sich die von dem bekannten Berliner Bildhauer Prof. Joseph Uphues aus blendend weißem Marmor gestalteten, überlebensgroßen Büsten des Kaiserpaares gegenüber.

Die Hasensteine

So klein wie ein Hase, der Stein an der „Thai-Sala im Park“. Ein Tier eben dieser Gattung ließ an dieser Stelle sein Leben. An einem Tag im Juli 1736. Erschossen von Landgraf Friedrich III. Jacob aus einer Distanz von 300 Schritt, d.h. knapp 250 Metern. Zur damaligen Zeit war das eine Meisterleistung. Oder ein Glücksschuss. Dort, wo der Landgraf stand, in der Nähe des heutigen Samariterbrunnens, findet sich der zweite „Hasenstein“. An dieser Stelle stand seinerzeit das Schießhaus des Homburger Schützenvereins. Die „Hasensteine“ sind das älteste Denkmal in Bad Homburg.

Brunnenmädchen

Allen dienstbaren Geistern, ohne die der Kurbetrieb nicht möglich war und ist, ist das „Brunnenmädchen“ gewidmet. Zwischen 1837 und 1939 wurden Brunnenmädchen eingestellt, die den Kurgästen an den Heilquellen das Wasser zapften und servierten. Auch hatten sie darauf zu achten, dass die Homburger selbst nur das festgesetzte Quantum des Heilwassers in Flaschen und Krüge abfüllten. Der Bildhauer Prof. Richard Hess (geb. 1937) gab der Skulptur die Gestalt eines unbeschwerten, lebensfrohen Mädchens, das sich recht keck das Strumpfband richtet. Sie entstand 1994 und wurde durch eine Spendenaktion finanziert, die die Galerie Michael Blaszczyk zusammen mit der damaligen Heimatzeitung Taunus-Kurier initiiert hatte.

80er Denkmal

80er Denkmal

Die „Achtziger“, das waren die Soldaten des zwischen 1871 und 1918 in der Stadt stationierten Füsilier-Regiments von Gersdorff Nr. 80. Sie bildeten auch den damals unverzichtbaren militärischen und patriotischen Rahmen bei offiziellen Veranstaltungen wie den Ankünften der kaiserlichen Familie in Homburg oder der Enthüllung von Denkmälern. Zur Erinnerung an die Kriegsopfer der „Achtziger“ entstand 1926 das Denkmal mit dem Löwen, der trotz seiner Verwundung die Fahne verteidigt.

Samariterbrunnen

Samariterbrunnen

Der Samariterbrunnen ist ein Ehrenmal für die „Samariter“, die im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 Hilfe spendeten. Am Boden liegt ein Krieger in römischer Uniform, dem der in eine Toga gekleidete Alte aus Samaria den labenden Trunk in einem Helm reicht. Ein Bad Homburger Bürger und seiner Frau stifteten das Ehrenmal mit den überlebensgroßen Figuren 1920, ausgeführt wurde es von dem Berliner Bildhauer Prof. Hugo Kaufmann.

Durstbrunnen

Durstbrunnen

Eine weibliche Gestalt, mit verschränkten Beinen sitzend, eine Schale in den erhobenen Händen, über deren Rand Wasser in ein Becken zu ihren Füßen fließt, und zu ihren Seiten zwei schwarze Bronzepanther, die zu der Schale empor lechzen: Mit seinem Werk „Durst“ hatte sich der Berliner Bildhauer Hans Dammann 1910 an der großen Kunstausstellung seiner Heimatstadt beteiligt. 1914 kaufte der in Bad Homburg lebende ehemalige Landrat Helmut von Brüning das Kunstwerk, um es der Stadt für den neuen Jubiläumspark zu schenken. Da der Park dem 25. Regierungsjubiläum Wilhelms II. gewidmet war, hatte der Kaiser natürlich „Mitspracherecht“. Er war von dem Durstbrunnen so angetan, dass er Hans Dammann zum Professor ernannte. Im Zweiten Weltkrieg mussten die Bronzepanther eingeschmolzen werden, 1979 gestaltete der Frankfurter Bildhauer Ramon Batholomä die Tierfiguren neu.