Brunnen im Kurpark

Elisabethenbrunnen

Elisabethenbrunnen

Die „Quelle“ des Erfolgs: Der Elisabethenbrunnen ist von so hervorragender Qualität, dass er einen wesentlichen Anteil am Aufstieg der Stadt zu einem weltbekannten Heilbad hatte und auch heute noch die bedeutendste Heilquelle Bad Homburgs darstellt. In früheren Zeiten zur Salzgewinnung genutzt und dann zugeschüttet, wurde sie am 27. Juni 1834 wiederentdeckt. Das Urteil des berühmten Chemikers Justus von Liebig: „Es möchte in Deutschland wohl schwer sein, ein Mineralwasser zu finden, welches gleichen Reichtum an wirksamen Bestandteilen wie der Homburger Elisabethenbrunnen darzubieten vermochte.“ Der Elisabethenbrunnen, der nach der aus dem englischen Königshaus stammenden Gattin von Landgraf Friedrich VI. Joseph benannt ist, hilft bei Magen- und Darmleiden. Im geselligen Kurleben stellte er stets den Mittelpunkt dar. Den heutigen Brunnentempel entwarf Kaiser Wilhelm II. höchstpersönlich – mitten im Ersten Weltkrieg. In seinem Inneren sitzt die Statue der Hygieia, der griechischen Göttin der Gesundheit.

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Auguste-Viktoria-Brunnen

Auguste-Viktoria-Brunnen

Kaiser Wilhelm II. griff  einmal mehr zur Zeichenfeder, um seine Vorstellungen von einer Verschönerung in Homburg zu Papier zu bringen. Eigenhändig skizzierte er im Frühjahr 1910 den Brunnentempel für die Heilquelle, die den Namen seiner Gattin Auguste Viktoria trägt. Heinrich Jacobi, Architekt und Sohn des großen Homburger Baumeisters Louis Jacobi, führte den Bau aus, der ein Jahr später fertig gestellt war. Der Auguste-Viktoria-Brunnen wird bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich eingesetzt.

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Landgrafenbrunnen

Landgrafenbrunnen

Die „salzigste“ Heilquelle Bad Homburgs und eine der jüngsten. Sie wurde 1899 entdeckt, diente zunächst für Heilbäder und ab 1903 als Heilwasser, das bei Erkrankungen von Leber und Galle getrunken wird. Das 1908 geschaffene Jugendstil-Monument zierte einst eine unbekleidete Nymphe vor einer aus dem Felsen springenden Quelle. Zu lebensecht, befand man allerdings in der prüden Nachkriegszeit und ersetzte die Nymphe 1955 durch eine bronzene Reliefbüste von Landgraf Friedrich II., nach dem der Brunnen benannt ist.

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Louisenbrunnen

„Schwefelquelle“ hieß sie früher und wird auch heute noch im Volksmund so genannt. Der Name sagt alles. Das Wasser schmeckt und riecht nicht gerade angenehm, erfreute sich aber ab 1856/57 großer Beliebtheit bei Herz- und Kreislauferkrankungen. Im Lauf der Zeit galt es indes als „für den europäischen Geschmack nicht genießbar“ und wird auch heute nur von wenigen „Aufrechten“ getrunken. Man gab der Heilquelle den wohlklingenderen Namen Louise, nach der Gattin von Landgraf Gustav.

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Stahlbrunnen

Stahlbrunnen

Nomen est omen – der Stahlbrunnen ist reich an kohlensaurem Eisen. So reich, dass sich der berühmte Gießener Chemiker Justus Liebig 1841 ganz begeistert äußerte: „Ich eile, Sie von dem Resultate in Kenntnis zu setzen. Der Eisengehalt ist weit über meine Erwartungen größer, das Pfund (zu 16 Unzen) enthält nämlich 0,758 Gramm …Ich betrachte dies für Homburg als ein sehr glückliches Ereignis.“ Die Heilquelle wurde Mitte der 1960er Jahre neu gefasst. Sie wirkt tonisierend und wird gegen Blutarmut gebraucht.

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Kaiserbrunnen

Kaiserbrunnen

Die Quelle war schon den Römern bekannt – man fand in ihrer Nähe Trinkschalen sowie die Reste eines römischen Bades – und diente in einem um 1700 angelegten Gradierwerk zur Salzgewinnung. Als ihre Heilkraft Mitte des 19. Jahrhunderts neu entdeckt wurde, nannte man sie „Der Sprudel“, da sie außerordentlich stark sprudelte. Das ist auch heute noch unter der gläsernen Haube zu beobachten. Der Kaiserbrunnen musste allerdings mehrfach nachgebohrt werden, so dass er nun 191 Meter statt der ursprünglichen 56 Meter in die Tiefe reicht. Der Natrium-Chlorid-Säuerling ist sowohl für die Bade- als auch für die Trinkkur geeignet.

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Ludwigsbrunnen

Im verschwiegensten Winkel des Kurparks gelegen, hat diese Heilquelle eine besondere Bedeutung für die Bad Homburger Kur: Sie war die erste, die wiederentdeckt wurde. Zwei im Bach badende Knaben fanden sie im Jahr 1809. Als man sich ihrer annahm, traten römische Funde zutage. Das Wasser des Ludwigsbrunnens soll zu Reklamezwecken schon bald in Krügen versandt worden sein. Es war und ist ein wohlschmeckender Säuerling von geringem Mineralgehalt und reich an Kohlensäure. Die Fassung des Ludwigsbrunnen wurde mehrfach geändert. Das gusseiserne Gitter stammt aus dem Jahr 1835, eine lauschige Grotte, von der noch die Reste zu sehen sind, entstand 1871.

Solesprudel

Wie ein Bad in Champagner – der Solesprudel sorgt für ein prickelndes, erfrischendes Gefühl, hat aber auch hervorragende Erfolge bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte und Neurodermitis vorzuweisen. Wegen seines Eisen- und Kohlensäure-Gehalts dient er nur der äußerlichen Anwendung, weshalb er auch nicht mit einem schönen Brunnentempel versehen ist. Die Quelle wurde schon Anfang der 1850er Jahre erbohrt, dann aber vergessen. Erst nach dem Bau des Kaiser-Wilhelms-Bades wollte man sie wieder für die Badekur verwenden. Der zu Rat gezogene Prof. Steiner aus Prag fand 1899 das alte Bohrloch noch bis in 260 Meter Tiefe in brauchbarem Zustand. Seit der Neubohrung Anfang der 1960er Jahre reicht der Solesprudel 305 Meter tief in die Erde.