Geschichte

Das kleine Dorf vor der Taunus-Höhe und die um 1170, also zu Barbarossas Zeiten errichtete Hohenburg erlebten im Mittelalter eine erste wirtschaftliche Blüte – mit der Produktion von Tuch, das Händler bis in die Hansestädte im Norden und ins Elsass brachten. Bereits um 1330 erhielt Homburg Stadtrechte.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg folgte durch die Gründung des Landgrafenhauses Hessen-Homburg 1622 ein zweiter Aufschwung, insbesondere durch Friedrich II., den Heinrich von Kleist als Prinz von Homburg verklärte. Der absolutistische Fürst baute ab 1680 nicht nur anstelle der Burg das barocke Schloss, sondern legte auch die Neustadt mit der Louisenstraße als zentraler Achse an. Handwerkern und Händlern, die sich hier ansiedelten – darunter hugenottische und waldensische Glaubensflüchtlinge – gewährte er steuerliche und andere Vorteile.

Seine Nachfolger blieben zumeist knapp bei Kasse. Dafür trat Homburg mit Friedrich V. Ludwig (1751-1820) in die deutsche Geistesgeschichte und die der Gartenkünste ein. Er empfing Goethe und Hegel, pflegte Kontakte mit Klopstock, Lavater und Voltaire und er bewilligte Hölderlin eine Stelle als Hofbibliothekar. Zusammen mit seiner Frau Caroline begann er, entlang der Tannenwaldallee die „Landgräfliche Gartenlandschaft“ anzulegen. Sein Sohn Friedrich VI. Joseph und dessen Frau, die aus dem englischen Königshaus stammenden Elizabeth, gestalteten sie weiter aus.

Die Hoffnung des Landgrafenhauses, mit der Entdeckung einer Heilquelle 1809 doch eine sprudelnde Einnahmequelle gefunden zu haben, erfüllte sich zunächst nicht. Das Kurwesen gedieh nur in bescheidenen Maßen. Das änderte sich erst, als zweierlei geschah: 1834 wurde die Elisabethenquelle wiederentdeckt, der Justus von Liebig eine ausgezeichnete Bewertung gab, und 1841 erlaubten die Homburger Herrscher den französischen Brüdern Blanc, eine Spielbank zu betreiben, und zwar unter der Bedingung, dass die Blancs das Kurwesen ausbauten.

Ein gutes Geschäft. Homburg entwickelte sich zu einem der führenden Badeorte: Ein prachtvolles Kurhaus wurde gebaut, von Gartenkünstler Peter Joseph Lenné der Kurpark angelegt, neue Heilquellen wurden erschlossen, Hotels und Pensionen eröffnet. Bald kamen Kurgäste aus aller Welt. Und erst recht, als die Landgrafschaft 1866 in preußischen Besitz überging. Die kaiserliche Familie liebte Homburg und richtete im Schloss eine Sommerresidenz ein. Ihr folgten die Verwandten, Freunde und Bekannten aus den Häusern des Hochadels: Zum Beispiel der Prince of Wales, später Englands König Edward VII., der den Homburg-Hut erfand, Zar Nikolaus, der den Grundstein für die russische Allerheiligen-Kirche legte, Siams König Chulalongkorn, der die Thai-Sala stiftete. Ab 1912 durfte sich die Kurstadt „Bad“ Homburg vor der Höhe nennen.

Der 1. Weltkrieg brachte die Zäsur. Fortan baute Bad Homburg seinen Erfolg auf zwei Schienen: der des von den Sozialversicherungen anerkannten Heilbades und der eines stetig wachsenden Wirtschaftsstandortes.

Alle an der Geschichte Bad Homburgs Interessierte finden im Stadtarchiv im Gotischen Haus umfassende Literatur und reiches Quellenmaterial.

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