Ausstellung Markus Lüpertz

04.09.2021 - 03.10.2021
Markus Lüpertz ist ein deutscher Künstler der Gegenwart, allein dessen Name wie ein Stichwort klingt, auf das eine Charakterisierung in Superlativen folgen muss. Denn Markus Lüpertz, 1941 in Liberec/Tschechien geboren, zählt zu einem der prominentesten, bedeutendsten und einflussreichten deutschen Künstlern der Zeit. Er ist ein Maler, Bildhauer und Grafiker, dessen Gemälde, Skulpturen und Grafiken auf der ganzen Welt zu finden sind – und das ist unbestreitbar. Mit seinen Werken verfolgt der Künstler ein scheinbar einfaches Ziel, denn mit ihnen will er die Kunst und damit auch sich selbst zum Scheitern bringen. Und es ist gerade dieser Ansatz, der die Werke von Markus Lüpertz so bedeutsam für die aktuelle Kunst macht – der Rückschluss dieser Bedeutung auf seine Person als Künstler liegt demnach nicht mehr fern.

Zu Berühmtheit gelangte Markus Lüpertz zu Beginn der 1960er Jahre durch seine „Dithyrambische Malerei“. Gemeint sind damit auf wenige Farben begrenzte Gemälde, auf denen abstrakte Gebilde oder schwebende Formkonstruktionen in einem reduzierten Bildraum zu sehen sind. Im Spiel zwischen Figuration und Abstraktion bringt der noch junge Maler in diesen Bildern zur Leinwand, was dem zeitgenössischen Streben nach völliger Abstraktion auf ironische Weise widerspricht, da auch er seine Bilder als abstrakt versteht. Nicht weil sie frei vom Gegenständlichen sind, sondern weil sie viel mehr signalisieren als sie tatsächlich zeigen. Den Begriff der „Dithyrambe“, mit dem der Künstler seiner neuen Malerei einen Namen gibt, entlehnt er Friedrich Nietzsches Dionysos-Dithyramben. Sie beziehen sich, wie der Titel verrät, auf den griechischen Gott der Ekstase und des Weines: Dionysos, der durch die antiken Lobgesänge ebenso gefeiert wird wie Markus Lüpertz durch seine gemalten Analogien.

Bis heute bildet der Gegensatz von Figuration und Abstraktion, Wirklichkeit und Mythos eine gültige Basis für Markus Lüpertz‘ künstlerischen Ausdruck. Obwohl das Bildermalen, das höchste sei, was es für ihn gebe, wie der Künstler verrät, bestimmt es nicht ausschließlich sein künstlerisches Schaffen. Seit den 1980er Jahren öffnet sich der Maler nämlich auch gegenüber anderen Formen des Ausdrucks und macht das Bühnenbild, die Lyrik, vor allem aber die Bildhauerei zum Gegenstand seines künstlerischen Diskurses. In der Erkundung all dieser Medien entwickelt er das Neue aus dem Alten und sein Blick reicht dabei zurück bis zu den Anfängen der westlichen Kultur: die griechische Antike. In ihr findet Lüpertz, der kaleidoskopisch Belesene, einen unbegrenzten Reichtum an Ideen. Denn die Mythen und Sagen der griechischen Götter, Heroen und Helden faszinieren ihn ebenso wie die Entwicklung der Ästhetik vom Archaischen über das Klassische bis hin zum Aktuellen.

Und so hüllt Markus Lüpertz die Antike nicht nur in seinen Gemälden und Zeichnungen in ein neues Gewand, sondern auch und mit besonderem Nachdruck in seinen in Bronze gegossenen Skulpturen. In ihnen wird sein Fragen nach den klassischen Themen der Bildhauerei offenbar, ein Fragen nach Ansicht, Proportion, Ponderation, Repräsentation und Ausdruck. Zu einer Antwort gelangt der Künstler in der einzigartigen Gestalt jeder einzelnen Skulptur – geformt mit den Mitteln der Kunst zu unverwechselbaren Zeichen des Widerstreits. Denn in ihnen verbindet sich Vergangenheit und Gegenwart, Tradition und Innovation, Realität und Mystik. Die Skulpturen von Markus Lüpertz künden von einem Wissen, das nicht jeder mehr teilt, sind bemalt wie die marmornen Vorbilder der Vergangenheit, die als Repräsentanten einer überirdischen Idee einst die öffentlichen Plätze und kultischen Stätten des Altertums zierten.
Ein Künstler wie Markus Lüpertz steht niemals still. Denn er ist getrieben von der Idee des Scheiterns, die ihn auf immer neue Wege des Ausdrucks führt. Mit seiner neuen Werkreihe „Sternzeichen“ bricht sich dieses Denken in einem neuen Themenkreis bahn und man fragt sich in leisen Gedanken, ob ihre Botschaften einen Weg aus dem Ziellosen weisen?

Vernissage: Freitag, 03. September 2021, 19 Uhr
Öffnungszeiten: Mi – So 15 – 18 Uhr
Ausstellungsdauer vom 04. September 2021 bis 03. Oktober 2021

Für den Besuch der Englischen Kirche bitten wir Sie das folgende Hygienekonzept zu beachten:

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- Zutritt zur Ausstellung erfolgt unter Nachweisung der 3-G Kriterien (geimpft, genesen, getestet)

- Zur Teilnahme an der Vernissage ist eine Voranmeldung per E-Mail an kultur@bad-homburg.de notwendig

Veranstaltungsort

Kulturzentrum Englische KircheKulturzentrum Englische Kirche
Ferdinandsplatz
61348 Bad Homburg v. d. Höhe

Tel.: (06172) 100-4114
Karte

Veranstalter

Magistrat der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe
Fachbereich Kultur & Bildung
Rathausplatz 1
61348 Bad Homburg v. d. Höhe
Tel.: (06172) 100-4114

www.bad-homburg.de


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