27.08.2018

Sand und Erde, Farben und Fotografie – der Maler Reimund O. Boderke

25 Jahre lang stellte Reimund O. Boderke in seiner Galerie „Kunst in der Zehntscheune“ im Bad Homburger Stadtteil Ober-Erlenbach hochkarätige Künstler vor. Einen Schwerpunkt legte er auf solche aus dem Osten Deutschlands. Mit Erreichen des 80. Geburtstages schloss er die Galerie – um fortan ausschließlich seiner eigentlichen Mission zu folgen: der Malerei. Boderke  ist seit Jahrzehnten selbst ein Künstler. Ihm widmet die Stadt Bad Homburg nun eine Ausstellung, die vom 8. bis 30. September im Kulturzentrum Englische Kirche am Ferdinandsplatz zu sehen ist. Sie steht unter dem Leitmotiv „Der Weg ist das Ziel“, denn ROB, wie er signiert, bezeichnet sich selbst als begeisterten Wanderer auf Nebenwegen. 

Zur Malerei gelangte er auf „Nebenwegen“: Ausbildung im Frankfurter Sozietäts-Verlag, Studium der Kommunikationswissenschaften in Hamburg, lange Jahre bei internationalen Werbeagenturen mit kreativen Aufgaben betraut, eigene Design-Firma. Die Galerie gründet Boderke 1993 und begann auf „Nebenwegen“ ein Studium der Kunstgeschichte und Malerei. Die Initialzündung war eine lange Reise durch die Kalahari- und Namib-Wüste, in der er die Kraft der Natur deutlich empfand. Der Natur ist ROB seitdem verpflichtet. Wobei er Kunst nicht als Abbild der Natur begreift, sondern – nach Kandinsky – das Geistige in der Natur herauszufiltern sucht.

Reimund Boderke begann – was ungewöhnlich ist in der Malerei – seine Bilder konsequent mit Naturmaterialien zu komponieren und collagieren. Er wurde als der Sand- und Erde-Maler bekannt, mit Ausstellungen in vielen Städten Deutschlands und Amerikas. Und er wurde zum Wanderer auf Nebenwegen: Er malte in Wüsten bei Naturvölkern oder auf leeren Schiffsdecks, unternahm weltweite Reisen und gewagte Wanderungen beim experimentellen Herausfinden von Maltechniken. Immer begleitet durch künstlerische Wahrnehmungen mit Hilfe der Fotografie. Ihn fasziniert die Offenheit für alles Ungewöhnliche, Überraschende und Herausfordernde. 

In seinem neuen Werkabschnitt experimentiert er medial übergreifend mit der von ihm geschaffenen künstlerisch-fotografischen Realität in Korrespondenz zu seiner Malerei mit Ahnungen und Erinnerungen, die er wie ein Schlepptau mit sich zieht – oft Geräusche, Gerüche, Licht- und Schattenspiele, Farbsensationen oder taktile Wahrnehmungen – und in den glücklichsten Momenten mit allen Sinnen gemeinsam! 

Die Ausstellung wird am 7. September um 19 Uhr eröffnet. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 16 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr, am Samstag, 15. September, von 11 bis 18 Uhr und am Sonntag, 16. September von 11 bis 17 Uhr. Am 22. und 23. September bleibt die Ausstellung geschlossen. 

www.boderke-zehntscheune.de

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