01.07.2019

„Sightseeing“ in Bad Homburg bei Führungen zu verschiedenen Themen

Ferienzeit – Zeit für Ausflüge. Zeit, um Neues kennenzulernen oder Altes wieder zu entdecken. Bad Homburg, die traditionsreiche Kurstadt am Fuße des Taunus, hat in dieser Hinsicht Ausflüglern und Feriengästen jede Menge zu bieten: geschichtsträchtige Gebäude, deren Mauern Landgrafen, Kaiser und berühmte Persönlichkeiten beherbergten, Natur und Gartenkunst, wie den Taunus und den Kurpark, der als einer der größten und schönsten Deutschlands gilt, Gesundheits- und Wellness-Oasen und eine Einkaufslandschaft, die geprägt ist von inhabergeführten Geschäften. Den Überblick über Bad Homburgs Vielfalt, der zugleich mit detaillierten Informationen verbunden ist, bringen die Führungen, die die Stadt Bad Homburg und die Kur- und Kongreß-GmbH zu den unterschiedlichen Themen veranstalten.

Die allgemeinen Stadtführungen dauern eineinhalb bis zwei Stunden und beginnen im Sommer jeden Freitag und Samstag um 15 Uhr an der Tourist Info + Service im Kurhaus. Zwei Mal im Monat (im Juli am 6. und 16., im August am 3. und 20.) führt ein Experte durch den über 40 Hektar großen, denkmalgeschützten Kurpark. Als Englischer Landschaftspark wird er von weiten Wiesenflächen, Gehölzgruppen, Solitärbäumen und einem Weiher dominiert. Alleen leiten zu historischen Gebäuden, den Heilquellen und Denkmälern. Wer sich für die Botanik des Parks interessiert, erhält am 2. Juli und 6. August Aufschluss. Immerhin sind im Kurpark 136 Strauch- und 82 Baumarten aus aller Welt zu finden, die zum großen Teil noch aus der Entstehungszeit der Anlage vor über 160 Jahren stammen. Und in diesem Jahr ist der Spaziergang durch den Kurpark doppelt interessant: In seine historischen Blickachsen fügen sich monumentale Skulpturen zeitgenössischer Bildhauer ein. „Blickachsen“ heißt die Open-Air-Schau ohne Zaun und Eintrittspreise denn auch, durch die ebenfalls Führungen angeboten werden (www.blickachsen.de).

Landgräfliche Gartenlandschaft

Die zweite große und in ihrer Struktur einzigartige Grünanlage Bad Homburgs ist die Landgräfliche Gartenlandschaft. Sie besteht aus einer Reihe historischer Einzelgärten, die sich entlang der Tannenwaldallee und, in deren Verlängerung, der Elisabethenschneise aufreihen wie Perlen an einer Schnur. Nicht alle konnten aus der Landgrafenzeit in die Moderne hinüber gerettet werden, aber wo es möglich war, hat die Stadt Bad Homburg sie mit großem gärtnerischen und finanziellen Aufwand restauriert. Den Gesamtüberblick über die Landgräfliche Gartenlandschaft gibt das Informationszentrum, das in der Schweizerei im Kleinen Tannenwald (Eingang Mariannenweg) mittwochs von 14 bis 18 Uhr geöffnet hat. Darüber hinaus bietet Elzbieta Dybowska Führungen durch jeweils einzelne Teile der Gartenlandschaft an. Sie hatte über Jahre hinweg im Stadtplanungsamt die Wiederherstellungsarbeiten geleitet und kennt die Anlagen wie kaum ein anderer. Am 7. Juli stellt sie Interessierten die Buschwiese und die Teiche vor, am 25. August den Forstgarten, Hirschgarten und die Elisabethenschneise. Abmarsch ist jeweils um 15 Uhr am Gotischen Haus (Tannenwaldweg 102). 

Die Tannenwaldallee ist auch eines der Themen der monatlich wechselnden Spezialführungen der Kur- und Kongreß-GmbH. Geschichte und Geschichten rund um diese 1770 angelegte, schnurgerade Allee, die als „Promenade publique“ in den Taunus führte, sind am 27. Juli zu hören (Treffpunkt 10 Uhr vor Haus Nr. 6). Im August, und zwar am 31. August, geht es über die Kaiser-Friedrich-Promenade. Sie führt streckenweise am Kurpark entlang und entstand im 19. Jahrhundert mit dem Aufstieg Homburgs zu einer weltbekannten Kurstadt. Damit einher ging der Bau prächtiger Häuser, von deren Architekten, Bewohnern und Gästen erstaunliche Geschichten erzählt werden (Treffpunkt 10 Uhr vor Haus Nr. 7). 

Die alte Homburger Gastronomie, aber nicht nur sie, steht im Zentrum der Berichte Richard Hackenbergs. Und hier im Mittelpunkt: das „Wasserweibchen“ am Mühlberg, das vor rund 150 Jahren eröffnete und damit das älteste Gasthaus Bad Homburgs ist. Interessierte finden sich am 7. Juli oder am 4. August um 15.45 Uhr am Weißen Turm im oberen Schlosshof ein. 

Schloss und Saalburg

Selbstverständlich können auch Schloss Bad Homburg und sein Park mit kundigen Führern besichtigt werden. Der Königsflügel, in dem ehemals Kaiser Wilhelm II. und seine Familie über lange Sommermonate residierten, ist leider wegen der aufwändigen Sanierungsarbeiten derzeit nicht zugänglich, aber der Englische Flügel lässt die Zeit der Landgrafen und insbesondere die der „englischen Landgräfin“ Elizabeth in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebendig werden. Die Führungen beginnen zwischen 10 und 16 Uhr zu jeder vollen Stunde im Vestibül. 

Tief in die römische Geschichte zurück gehen die Führungen im Römerkastell Saalburg, das zusammen mit dem Limes-Grenzwall von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Es wurde um 1900 wiederaufgebaut und ist das einzige rekonstruierte Römerkastell weltweit. Unter fachkundiger Anleitung kann man es samstags ab 14 Uhr sowie sonntags ab 11, 13 und 15 Uhr erkunden. 

Für die Gäste Bad Homburgs, die nicht gut zu Fuß sind oder die bei starkem Regen dennoch etwas über die Stadt erfahren wollen, gibt es eine „Rundfahrt“ in Bildern: „Bad Homburg von A-Z“ hat Heidi Delle, eine Homburgerin aus Leidenschaft, ihre Lichtbilderschau genannt. Die nächsten dieser „Streifzüge“ finden am 9. Juli und am 13. August statt, jeweils ab 19.30 Uhr im Kurhaus. 

„Hereinspaziert“ in die Geschäftswelt

Etwas Außergewöhnliches hat sich Citymanagerin Tatjana Baric einfallen lassen: Sie lässt hinter die Kulissen der Bad Homburger Geschäftswelt blicken. Unter dem Titel „Hereinspaziert!“ werden jeweils drei oder vier Läden angesteuert, deren Inhaber über die Geschichte ihrer Geschäfte, über ihre spannende Arbeit sowie außergewöhnliche Produkte berichten. Die rund dreistündigen, kulinarisch-kulturellen Stadtbummel stehen im Juli ganz im Zeichen von Frauen-Power. Frauen prägten nicht nur die Geschichte der Stadt, sondern oft auch die Wirtschaft. Am 11., 18. und 25. Juli werden die François-Blanc-Spielbank, Supp‘s Buchhandlung, Fotografie Wassermeier und Dessous von Bous angesteuert. Beginn ist um 16 Uhr an der Spielbank im Kurpark. Im August widmen sich die Touren „The Big 5“: Sie geben exklusive Einblicke in die Welt großer Kaufhäuser, nämlich Möbelhaus Meiss, Karstadt, Louisen-Center mit Saturn, Modehaus Halbach sowie Peek & Cloppenburg (8. und 29. August, ab 16 Uhr Haupteingang Rathaus). 

Die genannten Führungen werden auch im September und Oktober angeboten. Die Termine sowie weitere Einzelheiten kann man der Veranstaltungssuche auf der Homepage www.bad-homburg.de und www.bad-homburg-tourismus.de entnehmen.

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