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21.02.2020

In der Hölderlin-Stadt Bad Homburg beginnen die Jubiläumsveranstaltungen

Am 20. März jährt sich der Tag, an dem Friedrich Hölderlin auf die Welt kam zum 250. Mal, und im März beginnt in der Hölderlin-Stadt Bad Homburg der abwechslungsreiche Reigen der Jubiläumsveranstaltungen. Nach einem Vortrag von Prof. Dr. Barbara Dölemeyer im Museum Gotisches Haus, Tannenwaldweg 102, am 1. März (16 Uhr) zu der dort laufenden Ausstellung (wir berichteten) kommt der Ehrenpräsident der Tübinger Hölderlin-Gesellschaft, der Gießener Germanist Prof. Dr. Gerhard Kurz, am 10. März nach Bad Homburg. Auf Einladung des Geschichtsvereins spricht er ab 19.45 Uhr im Kurhaus über „Hölderlin und die Deutschen“. Der Vortrag geht im ersten Teil der Frage nach, welches Verständnis des „deutschen Volks“ Hölderlin hatte, und was es für ihn hieß, ein „deutscher Schriftsteller“ zu sein. Mit wenigen ausgewählten Beispielen wird im zweiten Teil dargestellt, wie die Deutschen Hölderlin aufnahmen. 

Am 15. März (15.30 Uhr) ist wieder das Museum Gotisches Haus der Schauplatz, denn neben der einzigartigen Medaillen-Sammlung zeigt die Ausstellung auch Werke von Robert Schwarz, einem der namhaftesten Buchkünstler der Gegenwart. Dr. Stefan Soltek, Leiter des Offenbacher Klingspor Museums für Buchkunst, erläutert die großformatigen Blätter, Künstlerbücher und Übermalungen von Robert Schwarz, die alle mit Hölderlin in Zusammenhang stehen. Zwei Tage später liest am selben Ort ab 19 Uhr Prof. Dr. Thomas Knubben aus seinem Buch „Hölderlin – eine Winterreise“. Darin beschreibt er seine poetische Wanderung, die er auf den Spuren Hölderlins nach Bordeaux unternahm. 

Friedrich Nietzsche war ein glühender Verehrer Hölderlins, und zwar schon zu Schulzeiten. Als 17-jähriger Gymnasiast schrieb er einen Aufsatz in Form eines Briefes an einen Freund, in dem er darlegte, dass Hölderlin in seiner Bedeutung für die Literatur nicht hoch genug einzuschätzen sei. Über diesen Aufsatz spricht am 19. März die Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Renate Reschke, die eine profunde Kennerin sowohl von Nietzsche als auch von Hölderlin ist. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr in der Villa Wertheimer in der Tannenwaldallee 50. 

Der 250. Geburtstag am 20. März wird in der Bad Homburger StadtBibliothek (Dorotheenstraße) gefeiert. Bürger lesen Hölderlin-Gedichte, erzählen, warum ihnen gerade das ausgewählte wichtig ist und welche Gedichte noch in ihrem Bücherregal stehen, und sie diskutieren mit dem Publikum. Die Moderation übernimmt Prof. Reschke. Dieser Abend – Beginn 19.30 Uhr – ist zugleich der Auftakt für eine kleine Ausstellung in der StadtBibliothek mit Leihgaben eben jener Leser. Zu sehen bis zum 11. April. 

Und am 28. März wird das Hölderlin-Jahr im Rhein-Main-Gebiet mit einer Ausstellung in der Bad Homburger Schlosskirche offiziell eröffnet: Corinna Krebber präsentiert unter dem Titel „O.T./Ariadnefaden“ Schriftinstallationen mit Texten von Friedrich Hölderlin.

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